Die Roaring Forties Vor Tasmanien

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Den Kapitänen der Segelschiffe im 19

Den Kapitänen der Segelschiffe im 19 . Jahrhundert waren sie wohl bekannt. Nämlich die Westwinde, die auf der nördlichen und auch auf der südlichen Erdhalbkugel in bestimmten Breiten die Schiffe mit ungeheuerem Schub vorwärts trieben.

Auf der nördlichen Hemisphäre nennt man sie „Howling“ oder „Furios Fifties“ (Heulende oder wütende Fünfziger). Auch Screaming Sixties (Schreiend Sechziger) ist eine weitere Bezeichnung. Viele Weltumsegler nutzen diese Winde noch heute bei ihrer Fahrt, indem sie gezielt die Breiten aufsuchen und sich von den Westwinden nach Osten treiben lassen

Seeleuten ist bekannt, dass sich in der südlichen Hemisphäre zwischen 40° und 50° südlicher Breite eine Region der besonderen Drift der Westwinde befindet. „Roaring forties“ (Donnernde Vierziger) nennen die Weltumsegler dieses Phänomen.

Das ganze Jahr über wehen Winde aus westlicher Richtung ungehemmt, da die am Kap Hoorn entstehenden Winde unterhalb der Südspitze Afrikas, das somit als Windbremse wegfällt ,ohne auf Land zu treffen, nach Osten um den Globus stürmen. Mit ihnen kommen der Regen, der hohe Seegang und auch die Stürme. Es gibt glücklicherweise wenige Landgebiete, die von den „Roaring forties“ betroffen werden. Leider gehört dazu auch Tasmanien. So beschränkt sich die Wetterbeeinflussung leider nicht nur auf die Bass Strait, sondern auch auf das Apple Island. Und davon konnten früher viele Segler an der Westküste Tasmaniens ein Lied singen.

Der Gordon River und auch der King River münden in einem großen Becken, das Macquarie Harbour genannt wird. An diesem Gewässer liegt auch Strahan. Nur an einer kleinen engen Stelle, dem Macquarie Heads, gibt es eine Verbindung zum Südlichen Indischen Ozean. Und von dort muß man über 20 Tausend Kilometer segeln, bis wieder Land kommt. In riesengroßen Wellen peitschen die Winde das Wasser zur Öffnung des Macquarie Harbour. Und die vielen hier gestrandeten Schiffe sind der Beleg , warum man diese kleine Öffnung Hells Gate (Tor zur Hölle) nannte.

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Es gibt aber auch noch eine andere Version für die Namensgebung: Die Sträflinge, die auf Sarah Island unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert waren, wussten, das mit der Durchfahrt der Enge zum Macquarie Harbour nun für sie die Hölle beginnen würde. Heute gibt es wegen dieser Winde Kellys Channel. Das ist ein drei Kilometer langer Steinwall, der am Höllentor, wie man die schmale Einfahrt nennt, endet. Etwas im seichteren Wasser hinter dem Wall liegt eine kleine Bucht, Backagain Point. Ein Warteplatz mit Unterständen, wo früher Zwei- oder Dreimaster mit Takelage auf günstige Wetterbedingungen für das Auslaufen warteten. Leider stranden auch immer wieder Wale am Strand des Ozeans in diesem Bereich .

Für die Strafgefangenen, die nach Sarah Island gebracht wurden, hatte der Name „Hells Gate“ aber eine andere Bedeutung . Sarah Island, die Gefängnisinsel war die wohl der grausamste und schlimmste Hochsicherheitstrakt in den britischen Strafkolonien. Einmal hier bedeutete immer hier!

Dieter Tischendorf veröffentlicht seine Bücher im ditido Verlag.

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Ep1. Sailing For The Roaring 40’s (Tasmania)